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Neulich habe ich mir auf dem Logistik-Roundtable des EHI (Euro Handels Institut) und des HDE (Handelsverband Deutschland) in der Technischen Hochschule Ingolstadt einen Vortrag zum Projekt  „Nachhaltiges Rampenmanagement“ (NARAMA) angehört. Präsentiert wurden die Forschungsergebnisse des Projekt von Niels Hackius vom Institut für Logistik und Unternehmensführung von der Technischen Hochschule in Hamburg-Harburg. Bei diesem Forschungsprojekt geht es um die Optimierung von logistischen Schnittstellen nach ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien.

Lange Wartezeiten an Rampen durch Informationsdefizite

Die Kenner meiner Blogbeiträge werden sich nun fragen, was hat das nachhaltige Management von Rampen mit Datenqualität zu tun? Auf dem ersten Blick sicherlich nicht viel. Bei näherer Betrachtung wird der Zusammenhang zwischen dem Zeitfenstermanagement, wie das Rampenmangement auch genannt wird, und dem Thema qualitativer Daten schnell deutlich. Es handelt sich hierbei um die Koordination sämtlicher logistisch-relevanter Be- und Entladeprozesse an der Laderampe . Gemäß dem Bildungswerk Verkehr Wirtschaft Logistik e.V. (BVWL) und einem Gutachten des Bundesverkehrsministeriums aus dem Jahre 2013, gibt es im Rahmen der Koordination der Anlieferungsprozesse viele Ineffizienzen. In dem Gutachten heißt es, dass neben Kapazitätsengpässen, schlechten Arbeitsbedingungen und fehlenden vertraglichen Beziehungen zwischen den am Transport beteiligten Parteien, auch Informationsdefizite ursächlich für lange Wartezeiten an den Rampen sind.

Wie die Defizite entstehen …

Informationsdefizite? Richtig, da war doch was? Wodurch entstehen derartige Defizite? Laut der Studie der TH Hamburg-Harburg ist ein Grund für diese Datendefizite die Nutzung von nicht kompatiblen Telematiksystemen in Verbindung mit Smartphones. So fanden die Forscher heraus, dass durch den Einsatz „(…) moderne Informationssysteme zum Austausch von u.a. Informationen über Ankunft und Wartezeit (…) Nachteile verbunden“ sind. Der entscheidende Nachteil besteht darin, dass durch die Verwendung unterschiedlicher IT-Plattformen der beteiligten Parteien, oft zueinander inkompatible Schnittstellen die Folge sind. Für den elektronischen Datenaustausch an der Rampe bedeutet dies, dass notwendige Daten beispielsweise zwischen der Warenannahme und dem wartenden oder im Stau stehenden LKW-Fahrer nicht oder nur fehlerhaft erfolgen kann. In diesem Beispiel leiden beide Parteien unter der schlechten Datenqualität: Die Mitarbeiter an der Warenname, weil sie nicht effizient mit  LKW-Fahrer kommunizieren können und der Fahrer, der das geplante Zeitfenster verpasst.

Wie es effizienter geht, zeigt das GDSN

Sicherlich, dass Informationsdefizit entsteht hier in erster Linie durch die inkompatiblen Systeme. Aber in der Konsequenz entstehen die Kommunikationsprobleme, weil die Daten zwischen den beiden Parteien nicht richtig ausgetauscht werden können. Somit lässt sich hier mit Recht behaupten: „Gut das es für den Artikelstammdatenaustausch einen Standard wie GDSN gibt!“ Auch wenn dieser manchmal als schwerfällig gilt, was sich nebenbei bemerkt mit dem Major Release 3 ändern wird, so können wir froh sein, dass durch den Standard keine derartigen Inkompatibilitäten vorliegen. D.h., mit GDSN liegt ein effizientes und nachhaltiges Artikelstammdatenmanagement vor und die Daten kommen zumindest hier an den richtigen Rampen (sprich Datenempfängern) an.