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Aufhänger meines neuen Blog-Eintrages ist der Beitrag von Dmitrii Kovalchuk (My Master Data Effect). Kovalchuk schildert darin, dass die Pflege hochqualitativer Daten in seinem Adressbuch dazu geführt hat, seine Frau kennenzulernen, mit ihr eine Familie zu gründen und er dadurch heute ein glücklicher Mensch ist. Meine daraus resultierende Frage: Lassen sich seine Gedanken auch auf das Thema Artikelstammdatenmanagement übertragen? 

Können hochwertige Artikelstammdaten in der Folge etwa zu einem glücklichen Kunden führen?

Wenn beispielsweise ein Leser nach einem Buch zu einem bestimmten Thema Ausschau hält, startet er oftmals mit einer simplen Internet-Recherche. Angenommen er sucht nach einem Standardwerk zum Thema „Informationsqualität“ und stößt in diversen Onlineshops auf das Buch von Martin Eppler mit dem Namen „Managing Information Quality“. Landet er auf einem Online-Shop, der ihm Artikelstammdaten zum Buch anzeigt wie z.B. Autor, Verlag, Sprachangabe, Anzahl der Seiten, GTIN, Preis, Lieferfrist oder ähnliches und wird ihm dort kein virtueller Einblick in das Buch ermöglicht, so kann dies direkte Auswirkungen auf seine Kaufentscheidung haben.

Da sich der Suchende noch der Findungsphase befindet, demnach noch kein konkretes Buch vor Augen hat, kann der virtuelle Einblick, den er bei einem anderen Anbieter bekommen kann, seine Einkaufsentscheidung für diesen Anbieter positiv beeinflussen. Gründe auf den anderen Anbieter zurückzugreifen, der keine „weichen“ Daten anbietet, kann höchstens der Preis, eine frühere Lieferfirst oder generelle Präferenzen für diesen Anbieter, im Sinne von Stammkunde, sein.

Liegt hier demnach ein Artikelstammdateneffekt vor?

Ausschlaggebend für einen möglichen Kauf bei einem der konkurrierenden Anbieter sind bei Zusatzinformationen (wie etwa der virtuelle Einblick) nicht mehr unbedingt die reinen Artikelstammdaten, sondern die bereits erwähnten weichen und oftmals unstrukturierten Zusatzdaten. Dies heißt aber keineswegs, dass es nicht mehr auf die Qualität der „harten“ Artikelstammdaten ankommt. Im Gegenteil: Nur durch ihre korrekte und vollständige Abbildung im Online-Shop kommt der Kunde über die Recherche im Netz überhaupt zu diesem Anbieter. Je besser sie sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit auf den entsprechenden Anbieter geleitet zu werden. Werden dem Kunden zudem weitere wissensvermittelnde Features angeboten, kann dies in der Folge zu einer positiven Kaufentscheidung führen.

Der richtige Mix entscheidet

Damit wird ersichtlich, dass neben harten Artikelstammdaten immer mehr unstrukturierte Artikelstammdaten eine wichtige Rolle spielen und zunehmend die Kaufentscheidungen beeinflussen. Hierzu gehören auch Aspekte wie Rezessionen zu Artikeln, Artikelbilder oder Empfehlungen von Freunden über soziale Netzwerke. Womit das Feld der Datenqualitätsmessung, wie der Aufsatz von Lee, Madnik, Wang und Zhu verdeutlicht, auf diese ausgedehnt werden sollten.

Auch die 1Worldsync stellt sich diesen Herausforderungen und bietet bereits Produktlösungen für „weiche“ Artikelstammdaten an. Siehe so z.B. den Beitrag von meiner Kollegin Hope Gladney.

Bildquelle:
© Robert Kneschke / fotolia.com