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Hr. Dr. Lehmann, muss die Deklaration der Lebensmittel für den deutschen Markt in deutscher Sprache sein?

Dr. Richard Lehmann: Pflichtinformationen müssen in der leicht verständlichen Sprache des Landes gemacht werden, in dem das Lebensmittel vermarktet wird. Für den deutschen Markt bedeutet das, dass sämtliche Pflichtinformationen in deutscher Sprache vorliegen müssen. Ebenfalls zu berücksichtigen ist hierbei die Bereitstellung von entsprechenden Informationen im Fernabsatz. Ist beispielsweise eine Internetseite darauf ausgerichtet, dass Versendungen in verschiedene EU-Staaten stattfinden, so sind die Pflichtinformationen auch in den entsprechenden leicht verständlichen Sprachen dieser Staaten zu machen.

Was ist bei Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bzw. Verbrauchsdatum und Einfrierdatum zu beachten?

Dr. Richard Lehmann: Ebenso wie die bisher gültige Lebensmittelkennzeichnungs-Verordnung (LMKV) sieht auch die LMIV die Angabe von Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bzw. Verbrauchsdatum vor. Eine Neuerung der LMIV besteht darüber hinaus in der Pflicht zur Angabe des Einfrierdatums, wenn Fleisch, Fleischzubereitungen oder Fischereierzeugnisse eingefroren wurden. Für Produkte, die Lebensmittelunternehmer im Fernabsatz vertreiben, gelten mit Ausnahme des MHD bzw. Verbrauchsdatums (und damit auch für die Loskennzeichnung) sowie der Angabe des Einfrierdatums dieselben Informationspflichten wie für solche, die stationär im Einzelhandel verkauft werden. Freiwillig dürfen das MHD bzw. Verbrauchsdatum natürlich auch im Fernabsatz zur Verfügung gestellt werden. Statt ein konkretes MHD oder Verbrauchsdatum zu benennen, ist es möglich, freiwillig Hinweise wie „Dieses Produkt ist mindestens noch drei Monate ab Bestellung haltbar“ oder „Dieses Produkt trägt regelmäßig ein Mindesthaltbarkeitsdatum von drei Monaten“ zu erteilen. Auf diese Weise kann der Verbraucher die Haltbarkeit der von ihm online bestellten Produkte erkennen, ohne dass der Anbieter jeweils chargengenaue MHD bereitstellen muss.