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Ab dem Juni 2015 ändern sich weltweit die rechtlichen Rahmenbedingung für die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien und deren Gefährdungspotential für uns Menschen und die Umwelt  – nach dem sogenannten Globally Harmonized System  (GHS) . Haben Sie im Chemieunterricht der Schule gut aufgepasst? Dann wissen Sie, dass Stoffe in Wechselwirkung miteinander (z. B. Wasser und Natrium) ziemlich heftig reagieren können. Aber wer kennt schon die Wirkungen vielfältiger Stoffgemische – ganz ohne langfristige Versuchskonstellationen und akribische wissenschaftliche Aufarbeitung? Genau das hat sich die europäische Chemikalienagentur ECHA in Helsinki zur Aufgabe gemacht.

Bei der europäischen Chemikalienagentur ECHA in Helsinki müssen Unternehmen, die Chemikalien produzieren, diese Stoffe registrieren und dazu umfangreiche Dossiers über die Wirkung auf Mensch und Umwelt einreichen. Diese Informationen dienen den Behörden zur Einstufung der Gefährlichkeit von Stoffen – und dazu, die produzierenden Unternehmen gesetzlich zu verpflichten, auf den Produkten entsprechende Kennzeichnungen anzubringen bzw. sogenannte Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung zu stellen. Dies alles soll die am Umgang mit dem Stoff oder Produkt Beteiligen über mögliche Gefahren informieren sowie den sicheren Transport auf öffentlichen Verkehrswegen ermöglichen.

Sieben Jahre nach ihrer Gründung hat die ECHA nun eine substanzielle Informationsbasis zur Wirkweise von Stoffen geschaffen. Auf ihrer Grundlage werden viele Stoffe bzw. Stoffgemische bezüglich ihres Gefährdungspotentials neu eingestuft. Um einen sicheren weltweiten Warenverkehr chemischer Produkte zu ermöglichen, hat außerdem die Europäische Kommission in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsstaaten die Fristen für eine komplette Umstellung der Kennzeichnung festgelegt:

Ab dem 1. Juni 2015 müssen die neuen Symbole der Globally Harmonized System of Classification (GHS) – ein von den Vereinten Nationen initiiertes, globales Regelwerk – verwendet werden.

So vorteilhaft die damit verbundene Vereinheitlichung für die betroffenen Unternehmen auch ist, so anspruchsvoll ist die Aufgabe, sich auf die neuen Bestimmungen vorzubereiten:

Für Hersteller und Händler mit Eigenmarken besteht die Herausforderung Nummer eins darin, ihre bisherigen Sicherheitsdatenblätter und Produktverpackungen an die neue GHS anzupassen. Diese weit über ein normales Update hinausgehende Aufgabe erfordert neben einer großen Portion toxikologisch-chemischen Know-hows die präzise Kenntnis der neuen Bestimmungen – außerdem die notwendigen Ressourcen, wie z. B. ein ausreichendes Zeitfenster und kompetente Mitarbeiter, die sich des Themas annehmen.

Unternehmen des Groß- und Einzelhandels die Gefahrstoff-relevante Produkte vertreiben, müssen jetzt sicherstellen, dass zu diesen Produkten rechtzeitig GHS-konforme Sicherheitsdatenblätter verfügbar sind. Sie haben darüber hinaus auch dafür Sorge zu tragen, dass sie die entsprechenden Dokumente rechtzeitig von ihren Handelspartnern und Lieferanten erhalten.

Wer sich bis jetzt noch nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt hat, sollte sich genau überlegen, ob diese Herausforderung mit internen Bordmitteln überhaupt noch zu stemmen ist – oder ob dies vielleicht sogar ein willkommener Anlass ist, den Prozess endlich von „Handarbeit“ auf einen effizienteren Workflow umzustellen. Aber: Auch externe Dienstleister, die solche Aufgaben bewältigen, verfügen nicht über unbegrenzte Ressourcen.

Für meine Kunden habe ich bereits angefangen, die Anforderungen der GHS umzusetzen, um die gesetzlichen Anforderungen spätestens bis zum 1. Juni 2015 zu erfüllen. Viele Unternehmen nutzen die damit verbundene Chance zu einer Optimierung ihres Produktinformations-Managements, um gleichzeitig die Versorgung ihrer Lieferketten mit qualifizierten Informationen sicherzustellen. Wenn nicht schon längst getan – oder Sie nicht auf den Kölsche Grundgesetz-Artikel Nr. 3 „Et hätt noch emmer jot jejange“ vertrauen wollen -, sollten auch Sie jetzt den Startschuss zu Ihrem GHS-Projekt geben.

Ihr

Frank Michel